18. Oldtimertreffen in Aschen (2014)
(Nachlese vom Oldtimerfestival 2014)


 

Aschen - Im Volksmund wurde sie „Knutschkugel“ oder – in Anbetracht der hinten deutlich engeren Spurweite - Schlaglochsuchgerät genannt. Weitere Spitznamen waren wegen der ungewöhnlichen Türkonstruktion Halleluja- oder – in Anspielung auf das Adventslied „Macht hoch die Tür...“ - Advents-Auto und auch, wie weitere Artgenossen aus jener Zeit, Asphaltblase. Die Rede ist von der BMW Isetta. Dieses Rollermobil wurde von 1955 bis 1962 von den Bayerischen Motorenwerken gebaut.


 

Mehrere Exemplare dieses originellen Wagens waren auch beim 18. Oldtimer-Treffen in Aschen (über das wir schon berichteten) vertreten.

Die Isetta 300 (13 PS/298 Kubikzentimeter Hubraum, Baujahr 1958, mit nachträglich angebrachter Anhänger-Kupplung und ebenfalls später eingebautem Radio unter dem Fahrersitz/Führerschein Klasse 3) von Eduard Waschefort aus dem benachbarten Lohne hatte es Birgit von der Wellen, Sängerin aus Goldenstedt, und Thomas Kuhlmann, Sänger und Gitarrist aus Aschen, besser bekannt unter „Honky Tom & Biggy Lee“, angetan. Das Duo trug mit flotter Musik aller Schattierungen zum Gelingen der Großveranstaltung bei.

Edu Waschefort erfüllte gerne den Wunsch der Beiden und ließ sie in seiner Isetta, die er schon vor 35 Jahren erworben hatte, Probesitzen. Die beiden Vollblutmusiker können nun auch gut nachvollziehen, warum die Isetta Knutschkugel genannt wird. Man muss da schon ganz eng zusammen rücken und wird zum Knuddeln geradezu animiert.

Zwischen 1955 und 1962 wurden mehr als 161.000 Isettas gebaut. Ihr Preis lag damals bei rund 3000 DM.

Großes Auto oder Trecker – das ist hier die Frage: Von beidem etwas, berichtet Werner Rosenhagen, der für die Fahrt mit seinem Lanz Bulldog von Schwarme nach Aschen dreieinhalb Stunden brauchte. Dieser Verkehrs-Bulldog mit Cabrio-Dach aus dem Jahr 1952 ist für die Arbeit auf dem Acker nicht geeignet. Er hat die Qualitäten, die eine Zugmaschine benötigt. Werner Rosenhagen nahm zum zweiten Mal am Oldtimer-Treffen in Aschen teil und ist voll des Lobes: „Aschen, Hochachtung. Sehr schöner Platz am Museum. Geben sich alle viel Mühe. Richtig schön!“

Monika und Horst Johanning aus Diepholz werden das Treffen auch nicht so schnell vergessen. Sie blieben vormittags mit ihren historischen Motorrädern, einer Nimbus und einer Hermes, mit Motor- bzw. Reifenproblemen liegen. Zum Trost gab es einen Pokal für die „Pechvögel des Tages“, die nachmittags einen weiteren Schatz aus ihrem privaten Motorrad- und Automobilmuseum präsentierten: Einen Alpha-Spider, Baujahr 1986, der bei Bücker und Essing in Osnabrück auf Vordermann gebracht worden war. „Motor generalüberholt. Brauchte mehr Öl als Sprit. Auch im Blech noch ganz gut,“ verrät der Oldtimerfan.

Gleich nebenan hat Wilhelm Schröring-Abke aus Wetschen seinen Renault R 16 TL, Baujahr 1978, geparkt, der 64,5 PS unter der Haube hat und es auf 148 Stundenkilometer bringt. Schröring-Abke hat sich den Wagen zu seinem 60. Geburtstag geschenkt und 1990 komplett restauriert. Im Mai letzten Jahres nahm er an dem weltweit größten R 16-Treffen im Elsass in Frankreich teil. 151 Fahrzeuge aus 14 Nationen waren vorgefahren – und mittendrin Schröring-Abke. Vom R 16 wurden 1,8 Mio. Exemplare gebaut. Am Treffen in Aschen nimmt Schröring-Abke schon das sechste Mal teil: „Hervorragende Veranstaltung!“

So sah das auch Gunnar Spoeter aus dem Heeder Fladder. „Sehenswürdig, bin begeistert.“

Und auch Aschens Ortsvorsteher Wilhelm Paradiek zog vor den veranstaltenden „Oldieschraubern“ Vechta-Diepholz mit Hermann Hüntemann an der Spitze und dem unterstützenden Heimatverein Aschen den Hut: „Perfekt. Super gelaufen. Immer wieder neue Events. Kompliment an die Organisatoren. In Aschen wird was bewegt!“

Und Karsten Dittmer aus Lembruch-Eickhöpen, an dessen Eicher-Trecker von 1972 auf einem Schild darum gebeten wird „Nur gucken, nicht anfassen!“, ist begeistert. „Sensationell, wie sich das hier entwickelt hat.“

Es gab viel zu sehen in Aschen. Mehrere hundert Fahrzeuge – vom Moped bis zum Bagger – gaben einen umfassenden Einblick in die mobile Geschichte vergangener Jahrzehnte. „Was sind das doch für schöne Autos,“ war immer wieder von den begeisterten Besuchern – es dürften gut und gerne 5 000 gewesen sein.


 

Bei der Siegerehrung, die Hermann Hüntemann und seine Frau Barbara sowie Tochter Lena vornahmen, wurden knapp 50 Pokale vergeben.


 


 

Eindrücke vom 18. Oldtimertreffen 2014 


 




 

 

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